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DIE WEISSE TARA
DIE WEISSE TARA

WEISSE TARA – LEUCHTENDER STERN

 

Träume und ihre Zusammenhänge beschäftigten mich schon seit meiner Kindheit. Umgesetzt habe ich das Thema im „Labyrinth der Träume“, einer interaktiven kunstanthropologischen Foto- und Rauminstallation, in der ich die Zusammenhänge zwischen unserem Schlaf, unseren Tag- und Nachtträumen und unserer Alltagsgestaltung sichtbar machen wollte.

 

So sollte mich der Lauf der Dinge nun eigentlich nicht wundern – und wundert mich doch wieder doppelt wegen all der Synergien, die deutlich machen, dass das Leben aus einem geistigen Urgrund geboren wird.

Ein vor vielen Jahren geträumter und im Gedächtnis klar behaltener Traum: ich erlebte mich bei meiner ersten Vernissage, doch die Bilder waren alle weiß. Verwirrt erwachte ich damals aus dem Traum. Meine Bilder waren immer geprägt von starken Farben und intensiven Motiven – und dann dieser Traum??? Ich war verwirrt…die Jahre vergingen, ich behielt meine Kunst gut unter Verschluss, wollte der "Gefahr" entgehen, „für ein Publikum“ zu malen, wollte die Malerei als etwas ganz persönlich Authentisches für mich entwickeln. War immer schon Experimentierende in allen möglichen Kunstformen und Verweigerin des schulischen Lehrens/Lernens von Kunst, wollte mich  Trends und Schulmeisterei entgegenhalten, mir meine Entwicklung im geschützten Seelenraum bewahren...von den figuralen und labyrinthischen Motiven wechselte ich schon bald immer wieder zur Darstellung der Vergänglichkeit…zen-buddhistisch geprägt, nach einem losgelösten Umgang mit der Sterblichkeit und einem schier unendlich erscheinenden Meer an emotionalen Wandlungs- und Wachstumsschmerzen  suchend, entstand die Reihe „Weiße Tara“.

Spirituell bedeutsam sind der Mitgefühlsaspekt der weißen Tara und ihr Bezug zu Schnee und Winter. Jene Jahreszeit, wo im äußeren Sterben die Regeneration wirksam ist. Die Angst vor dem Loslassen durch Verbundenheitsgefühle zu relativieren, zu wissen, dass auf jeden Winter ein Frühling, folgt...

 

Eines Tages wurde es möglich, mich zu zeigen, ab 2009 beteiligte ich mich mit Bildern und Performances an Gruppenausstellungen in der Region des westlichen Wienerwalds und aus einem zufälligen Gespräch heraus ergab sich eine Vernissage im Salettl in Purkersdorf. Meine erste und vielleicht einzige eigene Vernissage...

 

Die weiße Tara – sie wird auch als Vision, als leuchtender, wegweisender Stern am Himmel bezeichnet, die uns anleitet am Weg zu bleiben. Selbst wenn alles schwierig ist, den Weg des Vertrauens nicht zu verlieren. Das ist Trost und Spiritualität in der Art, wie sie aus meiner inneren Erfahrung Not-wendend ist…ich danke der weißen Tara für ihre Führung durch wilde Wasser und kalte Zeiten, hin zu immer wieder blühenden Wiesen der Lebendigkeit und Verbundenheit und freue mich die HINGABE an den steten Wandel des Lebens zu feiern. Denn wie sonst, als mit Feiern können wir unsere Vergänglichkeit ertragen? Den Übergang vom Sein ins Nichts und ins neue Werden bewusst erleben, als in auflösender Ekstase? Verlangte das doch schon die Göttin Februata unter deren segnendem Blick sich die Menschen, vor allem Frauen ;) verrückt und entzückt seit alters her dem Feiern hingaben...auch die dionysischen Feste wurden in der Wintersend-Zeit gefeiert...die Weiße Tara im winterlichen Endstadium der Auflösung...und nun, 2020 hat sich die oben dargestellte Figur meiner weißen Tara unter den Einflüssen des Wetters und mehrerer anstrengender Umzüge vollständig aufgelöst...ihre Idee aber, lebt weiter in jedem Moment kreativer Selbsterfindung, nichts ist so stark wie der einzig reale Moment der immer da ist. Jetzt.

 

Weiße Tara-Vernissage mit Performance
Weiße Tara-Vernissage mit Performance